Bozen Umgebung

Hang zur Natur

Die Bauherren

Ein Haus, das die Inspirationskraft aus der Natur bezieht – mehr kann Architektur für uns nicht leisten.

Wald und Kastanienhaine, ein Hanggrundstück, ein kleines Blockhaus aus den 1960iger Jahren, ein alter Garten und Bauherrn mit Anspruch. Ein Szenario, bei dem mir vor allem letzteres sehr entgegen kam. Das Blockhaus sollte abgebrochen und etwas Zeitgemäßeres an seine Stelle gesetzt werden. Keine dominante Architektur, sondern ein zurückhaltender Bau, der Rücksicht auf den Standort nimmt. Im Laufe der Zeit sollte er wieder mehr und mehr mit der Natur verschmelzen.

Luxus freie Sicht

Von Anfang an war man sich einig, dass der Baukörper an die Grundstücksgrenze gehört. So konnte der in Jahrzehnten gewachsene Garten weitgehend unberührt bleiben. Ein wichtiger Orientierungspunkt für den Entwurf. Die Geschosse sind so zueinander versetzt, dass sie sich nach unten hin immer weiter in den Garten einbetten. Zum Konzept gehörte auch die Planung der gesamten Gartenanlage und die Abstimmung auf die Gebäudestruktur. Meine wichtigste Aufgabe war jedoch, die Natur ins Haus zu holen. Raumhohe Panorama-Glasflächen und Glasschiebetüren schaffen einen lichtdurchfluteten Wohnraum mit einmaligem Ausblick auf die Naturszenerie. Genug Freiraum für Inspirationen.

Dynamik in Stein

Mein Ziel war, das Gebäude dem Verlauf des Hanges anzupassen und dessen Dynamik aufzunehmen. Wie Höhenschichtenlinien terrassieren und strukturieren Natursteinmauern das Grundstück und bilden damit unterschiedliche Außen- und Innenbereiche. Eine Steinmauer wird sogar schwungvoll ins Innere des Hauses geleitet – sie dient als Bücherregal und gemauerte Feuerstelle. Der Hanglage entsprechend wird das Gebäude von oben nach unten erschlossen. Auf Ebene der Zufahrtsstraße liegt das Obergeschoss mit dem Parkbereich, im Erdgeschoss der Wohnbereich und im Untergeschoss liegen die Nebenräume.

Eins mit der Landschaft

Es beginnt im Obergeschoss: Eine Holzrahmenkonstruktion überdacht den Parkbereich, findet ihre Fortsetzung im Wohntrakt und mündet in die weitläufige Pergola. Sie umgibt den Außenraum, rahmt die Naturlandschaft wirkungsvoll ein und macht die Terrasse zu einem Refugium. Holzstrukturen zitieren die lokale Bauweise und prägen das Gesicht des Hauses. Die Gestaltung mit nur einem Material verleiht dem kleinen Gebäudevolumen eine gewisse Großzügigkeit. Das Gebäude folgt dem Verlauf der Landschaft. Einheitlichkeit, die als Ganzes wirkt.

DATEN UND FAKTEN

Ort: Bozen Umgebung Leistungen: Architektur, Entwurf, Planung, künstlerische Bauleitung Fertigstellung: Juli 2015

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